Unsere Samtpfoten – wie sehr habe ich es geliebt, wenn mein Kater Momo schnurrend auf meinem Bauch gelegen hat.
Meist hat er das gemacht, wenn es MIR nicht gut ging und wenn ich krank war und Schmerzen hatte.
Aber wenn es ihm schlecht ging? War er trotzdem da.
Vielleicht nicht ganz so laut, so präsent, so fordernd, wenn es um Aufmerksamkeit oder ein Stück vom frisch gekauften Lachs ging.
Genau darum soll es in meinem heutigen Artikel gehen –
Wie zeigen unsere Katzen eigentlich Schmerz bzw. auf welche Marker müssen wir besonders achten, um Schmerzen nicht zu übersehen.
Weil genau das leider häufig passiert!
Nicht aus Ignoranz unsererseits, sondern weil unsere Samtpfoten Meister darin sind, Schmerzen zu verstecken und nur ganz subtil zu zeigen.
Aber warum verstecken Katzen Schmerzen ganz gezielt?
Wenn man das Internet fragt, kommen die klassischen Artikel zur Evolutionsbiologie und der vereinfachten Erklärung – „zeige Schmerz, dann bist du automatisch angreifbarer“.
Für die Katze heißt das aber auch:
- Konfliktvermeidung
- Schutzverhalten
- Ihr Revier nicht angreifbar machen
- Und natürlich auch der Eigenschutz und damit eine ganz klare Überlebensstrategie
Und genau in diesen Vermeidungs-Strategien sind unsere Samtpfoten wahre Meister!
Das bedeutet: Eine Katze jammert deswegen oft nicht.
- Sie zeigt nicht unbedingt deutlich, dass etwas weh tut.
- Sie passt ihr Verhalten an.
- Sie springt vielleicht nicht mehr auf den Lieblingsplatz, sondern sucht sich einen Platz der niedriger liegt.
- Sie spielt vielleicht weniger und schläft dafür mehr.
- Sie putzt sich schlechter.
- Sie zieht sich zurück.
Katzen kompensieren unglaublich lange und sie vermeiden Bewegungen, die unangenehm sind.
Sie verändern ihre Routinen.
Sie werden vorsichtiger, ruhiger oder gereizter.
Und oft fällt erst sehr spät auf, dass dahinter nicht nur Alter, Charakter oder Bequemlichkeit steckt — sondern Schmerz.
Typische Anzeichen, die oft falsch interpretiert werden
Ein paar der typischen Anzeichen habe ich bereits genannt, aber lassen wir uns hier nochmal genauer hinsehen.
Erkennst du eine der Punkte bei deiner Katze, solltest du in jedem Fall in nächster Zeit alle typischen Routinen deiner Katze unter die Lupe nehmen.
- Deine Katze springt weniger, Sprünge werden vermieden oder sie geht öfter den Umweg – und genau das machen Katzen eigentlich nicht.
- Deine Katze schläft deutlich mehr als sonst und geht weniger raus.
- Deine Katze geht weniger in Interaktion mit dir, z.B. spielt nicht mehr, schmust nicht mehr oder weniger.
- Deine Katze zieht sich zurück und vermeidet den Sozialkontakt.
- Die Fellpflege deiner Katze verändert sich oder wird vernachlässigt.
- Das Verhalten deiner Katze verändert sich; oft reagieren die Katzen aggressiver beim Anfassen.
- Auch Unsauberkeit kann ein Zeichen für Schmerzen sein. Meist berichten Besitzer aber eher von Situationen, in denen ihre Katzen „absichtlich“ in die Wohnung machen.
Wenn „sie wird halt älter“ nicht die ganze Wahrheit ist
Wie oft hört man diesen Satz? Vielleicht hat man ihn auch schon mal ausgesprochen oder auch einfach mal gedacht.
Ja, Tiere verändern sich natürlich über die Jahre, aber nicht immer sind diese Veränderungen dem Alter geschuldet.
Bzw. wenn du dir die vorherigen Punkte nochmals in Erinnerung rufst – ja da gibt es definitiv Zeichen, die im Alter mehr werden.
Aber hinter solchen Verhaltensänderungen stecken erstaunlich oft körperliche Beschwerden oder sogar chronische Schmerzen.
Gerade Arthrose ist bei Katzen deutlich häufiger, als viele denken.
Dazu kommen Muskelverspannungen, Übergewicht, Entzündungsprozesse oder andere Probleme im Bewegungsapparat, die lange unentdeckt bleiben können.
Und wie wir nun schon besprochen haben: dadurch, dass unsere Katzen Schmerzen verstecken bzw. recht schnell kompensieren, fällt es uns Besitzern eben oft erst sehr spät auf.
Auch Übergewicht spielt dabei eine große Rolle.
Mehr Gewicht bedeutet mehr Belastung für Gelenke und Muskulatur — gleichzeitig bewegen sich viele Katzen dadurch noch weniger.
Ein regelrechter Teufelskreis, der sich mit der Zeit oft weiter verstärkt.
Und auch die Ernährung kann Einfluss haben.
Denn der Körper braucht unter anderem ausreichend hochwertige Nährstoffe, um Muskulatur, Gelenke und Stoffwechsel langfristig gesund zu erhalten.
Viele Katzen werden deshalb leider erst vorgestellt, wenn die Einschränkungen bereits deutlich sichtbar sind.
Wenn die Katze kaum noch springt.
Wenn Fellpflege schwerfällt.
Oder wenn Bewegungen plötzlich „alt“ wirken.
Warum ganzheitliche Unterstützung sinnvoll sein kann
Gerade bei chronischen Beschwerden wie Arthrose, Verspannungen oder Bewegungseinschränkungen kann ein ganzheitlicher Blick hilfreich sein.
Denn hinter Bewegungseinschränkungen steckt oft deutlich mehr als nur ein einzelnes betroffenes Gelenk.
Wenn Bewegungen unangenehm werden, verändern Katzen oft ihre gesamte Körperhaltung.
Muskulatur baut ab, andere Bereiche verspannen sich, Bewegungen werden vorsichtiger — und dadurch entstehen mit der Zeit häufig weitere Beschwerden.
Genau deshalb kann es sinnvoll sein, nicht nur einzelne Symptome zu betrachten, sondern die Katze als Ganzes.
Physiotherapeutische und osteopathische Ansätze können dabei helfen, Beweglichkeit zu unterstützen, verspannte Strukturen zu entlasten und den Körper wieder funktioneller arbeiten zu lassen.
Und wie bereits erwähnt, macht es zusätzlich Sinn die Ernährung individuell auf die Problematik anzupassen – Gelenke, Stoffwechsel, Organe mit gezielten Nährstoffen unterstützen.
Und auch die kleinen Veränderungen im Alltag machen oft den großen Unterschied:
- leichter erreichbare Lieblingsplätze
- rutschfeste Untergründe
- angepasste Spiel- und Bewegungsangebote
- weniger Sprünge im Alltag
- mehr Bewegungsanreize ohne Überforderung
Katzen sind unglaublich darin, Schmerzen zu verstecken.
Nicht, weil sie sich nicht mitteilen wollen.
Sondern weil genau das über viele Jahre ihre Überlebensstrategie war.
Umso wichtiger ist es, die kleinen Veränderungen ernst zu nehmen.
Denn oft sind es nicht die lauten Signale, die zeigen, dass etwas nicht stimmt.
Sondern die leisen.
Die Katze, die plötzlich nicht mehr auf die Fensterbank springt.
Die sich weniger putzt.
Die ruhiger wird.
Die sich zurückzieht.
Viele Katzen leiden still.
Und genau deshalb verdienen sie Menschen, die lernen, genauer hinzusehen.

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