Pferde sind wahre Meister darin, Schmerzen zu verbergen.
Als Fluchttiere in der Natur haben sie gelernt, Schwäche nicht zu zeigen – denn in freier Wildbahn könnte das ihr Überleben gefährden.
Doch genau das macht es für uns als Pferdebesitzer umso wichtiger, feine Signale zu erkennen und frühzeitig zu reagieren.
In diesem Blogbeitrag erfährst du, welche Anzeichen auf Schmerzen hindeuten und wie du dein Pferd bestmöglich unterstützen kannst.
Warum ist es so wichtig, Schmerzen frühzeitig zu erkennen?
Ein Pferd, das Schmerzen hat, verändert sein Verhalten oft schleichend.
Erst sind es nur kleine Unregelmäßigkeiten, die leicht übersehen werden können.
Bleiben Schmerzen jedoch unbehandelt, können sie chronisch werden oder sogar zu schweren körperlichen Problemen führen.
Je früher du Warnsignale erkennst, desto schneller kannst du handeln – und das kann langfristig die Gesundheit deines Pferdes schützen!

Die häufigsten Anzeichen von Schmerzen beim Pferd
1. Veränderung der Mimik – Das Schmerzgesicht
Pferde zeigen Schmerzen oft über subtile Veränderungen im Gesichtsausdruck.
Achte auf:
- Zusammengekniffene Augen
- der Blick ist starr und teilnahmslos
- über den Augen bilden sich Dreiecke
- das Weiße, die Sklera, in den Augen ist immer wieder erkennbar
- gespannte Maulpartie oder auch aufreissen des Mauls mit „Zähne zeigen“
- Gekräuselte oder hochgezogene Nüstern
- starkes und wiederholtes Zungenspiel
- Zurückgelegte oder unruhig bewegte Ohren

Diese sogenannten „Pain Faces“ sind wissenschaftlich untersucht worden und können ein wichtiger Hinweis auf Unwohlsein oder Schmerzen sein.
2. Unwilligkeit oder plötzliche Verhaltensänderungen
Dein Pferd war immer motiviert beim Reiten, doch plötzlich widersetzt es sich oder zeigt unerwartete Reaktionen? Folgende Veränderungen im Verhalten können Hinweis geben:
- Plötzliches Bocken oder Steigen
- Verweigern von Bewegungen oder Lektionen
- Abwehrreaktionen beim Putzen oder Satteln
Besonders wichtig: Ein Pferd ist niemals absichtlich unartig, faul oder bockig! Diese Verhaltensweisen deuten immer auf Unwohlsein und/oder Schmerzen hin!
3. Veränderung der Körperhaltung
Auch die Haltung deines Pferdes kann dir viel über sein Wohlbefinden verraten.
Achte auf:
- Eingezogenen Bauch
- Hochgezogenen oder weggedrückten Rücken
- Vorne oder hinten unter den Körper gestellte Beine
Diese Veränderungen können auf Rückenschmerzen, Gelenkprobleme oder innere Schmerzen hindeuten.
4. Veränderungen im Takt oder Lahmheit
Nicht jede Lahmheit ist offensichtlich!
Manchmal verändert sich die Bewegung nur minimal, aber dennoch spürbar.
Anzeichen sind:
- Ein steifer oder unrunder Gang
- Verkürzte Schritte oder Taktfehler
- Unwilligkeit, sich in einer bestimmten Richtung zu bewegen
Achte auch darauf, ob dein Pferd auf harten oder weichen Böden unterschiedlich läuft – das kann Hinweise auf die Ursache der Schmerzen geben.

5. Verändertes Verhalten auf der Weide oder im Stall
Auch abseits vom Reiten zeigt sich Schmerz oft in kleinen Verhaltensänderungen:
- Dein Pferd frisst schlechter oder langsamer
- Es zieht sich von der Herde zurück
- Es liegt häufiger als sonst oder wirkt müde
Wenn dein Pferd sein typisches Verhalten ändert, solltest du hellhörig werden!
Was kannst du tun, wenn du Schmerzen vermutest?
- Beobachte dein Pferd regelmäßig – Nur wer sein Pferd genau kennt, erkennt frühzeitig Veränderungen.
- Dokumentiere Auffälligkeiten – Notiere dir, wann und in welchen Situationen Probleme auftreten.
- Überprüfe Ausrüstung und Haltung – Manchmal sind Schmerzen auf einen unpassenden Sattel oder eine schlechte Haltung zurückzuführen.
- Ziehe einen Experten hinzu – Ein Tierarzt, Osteopath oder ganzheitlicher Therapeut kann helfen, die Ursache zu finden.
Fazit: Sei die Stimme deines Pferdes!
Pferde können uns nicht direkt sagen, wenn sie Schmerzen haben – aber sie zeigen es uns auf ihre Weise. Indem du auf feine Signale achtest und frühzeitig reagierst, kannst du deinem Pferd unnötiges Leiden ersparen.
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